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16. September 2026

„Das macht doch alles keinen Sinn“

Es passiert nicht selten, dass mir Menschen begegnen, die in ihrem Handeln keinen Sinn mehr finden. Meistens betrifft es die Arbeit.

Sie fühlen sich schon lange nicht mehr verbunden. Erleben keine Freude mehr. Und die Motivation aufzustehen, um diesen Kreislauf weiter am Leben zu halten, ist längst verschwunden.

Dann kommt die Sinnfrage.

Warum und wozu das alles?

Nur fürs Geld?
Für die Anerkennung?
Für mein Ansehen in der Gesellschaft?
Um die Rechnungen zu bezahlen?

Glaubt man den Statistiken, ist die Zahl der Menschen, die mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind, mittlerweile sehr hoch. Und trotzdem wird jeden Morgen aufgestanden. Solange unser Organismus es zulässt. Man rennt zur Arbeit. Geht schaffen.

Es ist nichts Neues, dass zwischen Berufung und Arbeit ein großer Unterschied liegt.

Berufung ist das, was uns wirklich liegt. Wofür wir vielleicht sogar ein Talent, eine natürliche Veranlagung haben. Etwas, das uns leicht von der Hand geht. Das wir gerne tun. Auch in der Wiederholung.

Wie ein Hobby, das wir freiwillig und am liebsten täglich praktizieren.

Arbeit hingegen bedeutet für die meisten das, was am Ende des Monats Geld aufs Konto bringt.

Und daran ist zunächst nichts falsch.

Doch wenn wir langfristig Dinge tun, die uns Energie kosten, brennen wir irgendwann aus.

Man muss kein Künstler sein, der ohne Inspiration nicht mehr leben mag. Doch wenn keine Kreativität mehr stattfindet, bewegen wir uns vielleicht am unteren Ende dessen, was unser Leben an Erfahrung überhaupt bereithält.

Und weil wir viele Stunden mit unserer täglichen Arbeit verbringen, bleibt für die Freude irgendwann nicht mehr viel übrig.

Es gibt Methoden, die sagen, man solle beginnen, alles zu lieben. Auch dann, wenn uns die Arbeit noch so schwerfällt.

Das ist, auf den ersten Blick, tatsächlich eine interessante Anwendung.

Wenn ich mantraartig versuche, alles zu lieben, auch wenn ich es noch nicht lieben kann, verändert sich immerhin mein Denken. Eine mentale Einstellung, die meinen Zellen vermutlich besser gefällt, als mich jeden Tag aufs Neue zu fragen, warum das alles so sinnlos erscheint.

Es gibt viele solcher Methoden, um dieses tägliche Hamsterrad erträglicher zu machen. Vielleicht sogar, um wieder mehr Freude zu empfinden.

Was aber, wenn das eigentliche Hindernis woanders liegt?

Was, wenn es eine unentdeckte Angst ist, die mich davon abhält, meiner täglichen Arbeit den Rücken zu kehren?

Eine Angst, die mir auf unterschiedlichste Weise verkauft, dass ich lieber so weitermachen sollte, als tatsächlich etwas zu verändern?

Dann wäre es vielleicht an der Zeit, diese Angst nicht länger zu umgehen.

Nicht sie wegzumachen.

Nicht sie zu bekämpfen.

Nicht sie unbedingt verstehen zu müssen.

Sondern sie einzuladen.

Um zu sehen, was von ihr übrig bleibt.

Denn es gibt keinen einzigen Weg, diese Angst dauerhaft zu umgehen.

Ablenkung gibt es genug.

Seminare. Bücher. Veranstaltungen. Retreats, die echte Veränderung versprechen.

Doch vielleicht kennst du genau das bereits.

Du hast schon einiges ausprobiert. Nach außen hat sich vielleicht sogar etwas verändert. Doch in der Tiefe, im Innern, ist es noch immer nicht wirklich stabil.

Dann bleib an diesem Impuls.

Innere Stabilität ist der Zustand, in dem diese illusionäre Angst keinen Halt mehr findet.

Sie wird gesehen. Untersucht. Und verliert dadurch ihre vermeintliche Grundlage.

Und plötzlich kann etwas sichtbar werden, das vorher von all dem Lärm überlagert war:

die eigene Berufung.

Heute Morgen habe ich ein wunderbares Video gesehen.

Es zeigte nicht unmittelbar diese Angst oder diesen Hinderungsgrund. Und doch wurde mir dabei etwas sehr deutlich:

Die Natur versucht nicht, die Dunkelheit zu vermeiden.

Sie braucht sie.

Wachstum geschieht nicht nur im Licht. Manches entsteht gerade dort, wo wir noch nichts sehen können.

Vielleicht ist es mit uns Menschen nicht so anders.

Vielleicht müssen wir nicht immer schneller ins Licht.

Vielleicht müssen wir manchmal den Mut haben, in die Dunkelheit zu schauen.

Und vielleicht liegt genau dort das, wonach wir so lange gesucht haben.

Innere Stabilität.
Klarheit.
Und irgendwann die Freiheit, das eigene Leben wirklich zu leben.

 

https://www.instagram.com/reel/Dc-MrSwRqNw/?utm_source=ig_web_copy_link&stkn=MzRlODBiNWFlZA==

 

Die Frage ist nicht: „Was kann ich tun?“
sondern: „Was geschieht gerade – im Körper, im Geist?“

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Caimari, Mallorca

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